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Spiegel-Neuronen arbeiten nicht digital

Betrachten wir die Debatte um Artifizielle Intelligenz (Künstliche Intelligenz), Robotik und den Versuch Menschen nachzubilden mal aus soziologischer Sicht.

Bereits 1970 hat Masahiro Mori (japanischen Robotiker), das „Phänomen des Uncanny Valley“ beschrieben:

Uncanny Valley – (unheimliches Tal)

Die Grafik zeigt die sogenannte Akzeptanzlücke die immer dann auftritt, wenn uns etwas nicht Menschliches oder Unbelebtes zu ähnlich wird. Die Vertraulichkeit wächst erst wieder, wenn das Niveau des Anthropomorphismus (griechisch: anthropos „Mensch“ und morphē „Form, Gestalt“) dabei einen sehr, sehr hohen Grad erreicht hat.

Und wir sind dabei schon ziemlich weit gekommen. Schau dir das Interview mit dem Roboter Sopiha an und teste mal wie sich das anfühlt.

Tech Insider – We interviewed the AI Robot that’s now a citizen of Saudi Arabia:

Das Ganze gibt es auch in schriftlicher Form, kommentiert auf deutsch:

https://www.businessinsider.de/interview-sophia-ai-roboter-hanson-2017-11

Ich weiß nicht, wie es dir dabei ging – Mich hat Sophia auch an den Rand der „Akzeptanzlücke“ gebracht. Vermutlich war die fehlende Haarpracht noch die letzte Bremse.

Doch was ist das für eine Entfremdung, die wir da erfahren? Wie „funktionieren“ menschliche Wesen? Und warum werden Nullen und Einsen uns nicht gänzlich ersetzen können?

Simon Sinek und Hartmut Rosa haben das kurzweilig und anschaulich erläutert:

Simon Sinek – „First why and then trust“ –

Prof. Dr. Hartmut Rosa / RESONANZ – Eine Soziologie der Weltbeziehung –

Nichts desto trotz – ein „Kuschelroboter“ kann in Alten- und Pflegeheimen gute Dienste leisten:

Paro ist keine Menschenersatz. Aber „Es“ erleichtert die Arbeit für das Pflegepersonal und bereichert das Leben dementer Patienten. Warum also nicht?

Und zum Abschluss noch eine kleine Anekdote aus einem Vortrag von Prof. Joseph Weizenbaum – Urvater der KI-Forschung und Erfinder von Eliza (dem ersten synthetischen Psychotherapeuten):

Pablo Picasso wurde von einem Menschen, der von einem seiner Bilder sehr berührt war, gefragt ob er ihm erklären könnte was dieses Bild bedeutet.
Picasso soll entgegnet haben: Wenn ich erklären könnte was es bedeutet wäre ich Schriftsteller geworden, ich bin Maler.

Diese kleine Geschichte zeigt, warum künstliche Intelligenz den menschlichen Geist niemals nachbilden wird:

Alles was wir programmieren wollen müssen wir auch erklären können. Manche Dinge werden wir aber nur fühlen – that’s humanity!

 

Ich freue mich auf eure Anregungen, Kommentare und Kritik.

Namasté und auf bald – DIRK –

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